Mariahilferstraße 1
Österreich » Steiermark » Graz » 8020
Route:Herz Route Herz.kml
47° 4' 16.07" N, 15° 26' 0.31" E
Palais Dobler
Im zweiten Obergeschoß Deckenfresko mit allegorischen Darstellungen sowie bemalte Wandbespannungen mit Scheinarchitektur. Diese erst jüngst restaurierte Tapetenaustattung zeigt einen scheinarchitektonischen Säulengang mit Ausblicken in mediterrane Ruinenlandschaften. Die Malerei wurde von dem Theatermaler Alois Gleichenberger im Jahre 1804 ausgeführt. Es handelt sich dabei um ein sehr ungewöhnliches Objekt, das laut Restaurator in Mitteleuropa einzigartig ist. Zwar gibt es einige Landschafts- und Panoramatapeten aus dieser Zeit, jedoch sind dies immer Druckwerke, mit einer mehr oder weniger hohen Auflage. Hier handelt es sich jedoch nicht um eine gedruckte, sondern um eine gemalte Raumausstattung. Warum diese nicht auf Putz, sondern auf Papier ausgeführt wurde, liegt vielleicht daran, dass Alois Gleichenberger als Theatermaler wirkte. Als Kulissenmaler war ihm dieses Medium wohl vertrauter. Die Malerei in der Mariahilferstraße 1 zeigt uns, mit wie viel Geschick, sicherem, routinierten und zugleich lockeren Pinselstrich ein Maler dieser Zeit seine, mit Licht und Schatten plastisch ausgestaltete Scheinarchitektur, an die Wände zaubern konnte, um dazwischen Ausblicke in italienische Idyllen zu platzieren.
In diesem seinem repräsentativen Hause empfing im April 1797 Franz Kaspar Dobler, Oberst des Grazer Bürgerkorps, General Napoleon Bonaparte, den Kommandanten der kurz danach über die Murbrücke in die Stadt einmarschierenden französischen Truppen.
(Nach: Laukhardt, Graz 1809; BDA 2014)